Scroll Top

Wir üben für die Bringetreue

AIKA ERZÄHLT: Bringetreue

– so üben wir das Bringen Schritt für Schritt

Hallo, ich bin Aika – und heute erzähle ich euch von einer Übung, die manche sehr ernst nehmen (und ich… na ja… ich mache sie vor allem unserem Frauchen zuliebe): Bringetreue.

Wir üben das hin und wieder, weil es am Ende nicht um Show geht, sondern um etwas sehr Praktisches: finden, aufnehmen, tragen und zuverlässig abgeben – auch dann, wenn niemand danebensteht und „Hilfestellung“ gibt.

Aika von Heiligen Born

Bringetreue – was ist das eigentlich?

Bringetreue (oft als Btr abgekürzt) soll zeigen, wie zuverlässig ein Hund selbstständig arbeitet: Er soll gefundenes Wild aufnehmen und sicher zutragen. Entscheidend ist dabei, dass der Hund das ohne ständige Einflussnahme macht – also nicht, weil man ihn die ganze Zeit „steuert“, sondern weil er das Prinzip verstanden hat: finden – bringen – abgeben.

Wenn man das sauber übt, steckt dahinter weniger „Härte“, als viele denken – und mehr: Struktur, Wiederholung und klare Abläufe.

(Hinweis: Die genauen Prüfungsdetails stehen in der Prüfungsordnung. Wir drucken sie hier nicht komplett ab, sondern erklären den Kern in eigenen Worten.)

Worauf es bei der Bringetreue wirklich ankommt

Frauchen sagt immer: Es gibt ein paar Punkte, die man sich merken sollte – weil sie den Aufbau der Übung bestimmen:

  • Entfernung & Selbstständigkeit: Der Hund muss lernen, wirklich wegzugehen, zu suchen und selbst zu entscheiden.

  • Neutralität gegenüber Geruch & Umgebung: Der Hund soll nicht „aufgeregt eskalieren“, sondern ruhig arbeiten.

  • Zuverlässiges Abgeben: Bringen ist erst fertig, wenn der Hund sauber hält und abgibt.

Und ja: Frauchen achtet dabei auf Dinge, die später oft über Erfolg oder Chaos entscheiden:

  1. Unterschiedliche Gewichte (damit ein leichter Fuchs später wirklich „leicht“ ist)

  2. Unterschiedliches Gelände (nicht immer derselbe Waldweg)

  3. Aufbau der Entfernung (mit Ziel, deutlich weiter zu kommen als „nur einmal kurz da rein“)

So läuft unsere Übung ab (heute)

Heute hatten wir eine sehr schöne Fähe. Sie wurde am Waldrand ausgelegt – und der Wald an dieser Stelle ist ungefähr 80 Meter breit. Das ist für so eine Übung ideal, weil man die Strecke gut einschätzen kann.

Frauchen ist mit dem Auto bis zum Auslegepunkt gefahren, hat den Fuchs ausgelegt und ist dann wieder zurück. Danach hat sie Bella genommen und ist auf der anderen Seite des kleinen Waldstücks die Wiese entlang gegangen, bis sie ungefähr auf Höhe des Auslegeplatzes war.

Dann kam nur ein einfacher Suchbefehl – und nun durfte Bella zeigen, was sie kann.

Bringetreue

Heute hatten wir eine sehr schöne Fähe.

Diese wurde am Waldrand ausgelegt. Da liegt sie … seht ihr sie?

Fuchsapport

Der Wald ist an dieser Stelle ungefähr 80 m breit, also ideal zum Üben. 

Bringetreue

Frauchen ist mit dem Auto bis zum Auslegepunkt gefahren, hat den Fuchs ausgelegt und ist dann wieder zurück. Danach hat sie Bella genommen und ist auf der anderen Seite des kleinen Waldstücks die Wiese entlang gegangen, bis sie ungefähr auf Höhe des Auslegeplatzes war.

Dann kam nur ein einfacher Suchbefehl – und nun durfte Bella zeigen, was sie kann.

Bringetreue

Bella in der Suche

Bella arbeitet unglaublich gern. Sie sucht, findet und bringt – zuverlässig und mit Freude. Ihr einziges Thema ist manchmal noch die Entfernung: Sie geht gern, aber „weit, weit weg“ braucht bei ihr wirklich ein klares Bild und eine klare Erwartung. Und genau dafür üben wir ja.

Bringen heißt auch: sitzen und halten

Wichtig ist nicht nur, dass der Fuchs gefunden wird. Wichtig ist auch das Ende: sich sauber hinsetzen und den Fuchs im Fang behalten, bis er abgenommen wird. Das ist Ruhearbeit – und die macht später den Unterschied.

Fuchsapport

Warum Üben nicht 1:1 Prüfung ist (und trotzdem wirkt)

Heute war es für mich ein bisschen „einfacher“, weil Bella zuerst dran war. Beim zweiten Durchgang sind natürlich schon Gerüche da – und dann weiß man als Hund ziemlich genau, worauf es hinausläuft.

Beim nächsten Mal bin ich wieder die Erste. Frauchen nennt das „ausgleichende Gerechtigkeit“. Ich nenne es: na toll. 

Fuchsapport

Und was war mit Devi und Cali?

Unsere Mama Devi durfte auch ran. Sie hat es ganz schlau gelöst und wollte den Fuchs lieber am Waldweg entlang – am Auto vorbei – und dann über die Wiese zu Frauchen bringen. Das war allerdings ein ziemlich langer Weg… und irgendwann hat sie den Fuchs auf halber Strecke liegen lassen und kam ohne zurück. Passiert auch.

Cali durfte am Ende ebenfalls einmal greifen. Zum weiten Tragen ist der Fuchs für sie noch zu schwer – aber: Sie nimmt ihn auf und schleppt ihn schon ein paar Meter. Der Rest ist Entwicklung, Zeit und Wiederholung.

Fuchsapport

Was du aus der Bringetreue-Übung mitnehmen kannst

Auch wenn du nicht jagdlich führst, kann man aus dieser Arbeit viel lernen. Bringetreue ist am Ende:

  • Nasenarbeit + Selbstständigkeit

  • Tragen ohne Theater

  • Abgeben in Ruhe

  • klare Abläufe statt Druck

Und genau so sollte es sich anfühlen: ruhig, wiederholbar, sauber.

Weiterführend

Wenn dich unser Alltag und der Rahmen hinter solchen Übungen interessiert, findest du hier mehr:

Aufzucht & Alltag (Rhythmus, Ruhefenster, dosierte Reize)
Großer Münsterländer Welpen (Übersicht)

Schön, dass ihr da wart.
Bis zum nächsten Mal – eure Aika