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Fee von Heiligen Born – 19 Wochen

Die Entwicklung von Woche 17 bis Woche 19

In den vergangenen drei Wochen hat sich bei Fee erneut sehr deutlich gezeigt, wie sich ein Großer Münsterländer Welpe weiterentwickelt: nicht nur im Wasser, sondern auch in der Suche, im Tragen und in der Fähigkeit, neue Reize aufzunehmen, zu verarbeiten und wieder in Ruhe zu kommen.

Nachdem sich bereits im Beitrag [Großer Münsterländer Welpe – 16 Wochen] wichtige Entwicklungsschritte gezeigt haben, wird nun etwas noch klarer sichtbar: Fee wächst nicht nur in einzelne Aufgaben hinein, sondern insgesamt in mehr Sicherheit, mehr Zielorientierung und mehr innere Ruhe.

Gerade zwischen der 17. und 19. Woche zeigt sich sehr schön, dass Entwicklung bei einem jungen Hund nicht aus immer neuen Reizen allein entsteht. Entscheidend ist vielmehr, wie Erfahrungen verarbeitet werden, wie aus Beobachtung eigenes Handeln wird und wie der Hund nach einer Aufgabe wieder in seine innere Ruhe zurückfindet. Genau darin liegt in dieser Phase ein wesentlicher Teil ihrer Entwicklung.

Fee von Heiligen Born

Neue Grenzen wahrnehmen und überwinden

Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt zeigte sich bei Fee am Bereich des Seeabflusses. Dabei handelt es sich nicht um einen natürlichen Uferabschluss, sondern um den Rand eines ehemaligen Stausees. Dieser künstliche Abschluss ist im Laufe der Zeit eingebrochen und hat sich verändert. Zwischen Steinen, Wasser, altem Mauerwerk und dichtem Bewuchs ist dort ein Bereich entstanden, der auf junge Hunde zugleich anziehend und herausfordernd wirkt.

Im ersten Video steht Fee aufmerksam auf einem großen Stein im Wasser. Man hört das abfließende Wasser, sieht den wilden Bewuchs und spürt sofort, dass diese Stelle für einen jungen Hund nicht einfach nur ein weiterer Wegabschnitt ist. Fee beobachtet sehr konzentriert, was vor ihr passiert. Sie wirkt interessiert, wach und bereit, bleibt aber noch an genau dieser Grenze stehen. Gerade solche Momente sind in der Entwicklung eines Großen Münsterländer Welpen besonders aufschlussreich. Der Hund nimmt die Situation an, geht innerlich bereits hinein, braucht aber noch einen kurzen Moment, um sie vollständig für sich zu lösen.

Im zweiten und dritten Video wird sichtbar, wie stark junge Hunde in solchen Situationen durch Beobachtung lernen. Cali geht in den gemauerten Bachlauf, und Fee folgt ihr vorsichtig. Sie geht nicht kopflos hinterher, sondern tastet sich in die Situation hinein. Doch sie folgt. Damit wird aus dem bloßen Beobachten ein erster eigener Schritt. Genau darin liegt der eigentliche Wert dieses Moments: Fee übernimmt nicht einfach Bewegung, sondern gewinnt über die Orientierung an ihrer Mutter Sicherheit für das eigene Handeln.

Im vierten Video zeigt sich schließlich, dass dieser Entwicklungsschritt bereits getragen hat. Fee geht nun auch an die Stelle, an der sie zuvor noch gezögert hatte. Sie bewegt sich auf die andere Seite, steigt auf einen kleinen Hügel und steht dort mit sichtbarer Sicherheit und Übersicht. Was vorher noch eine Grenze war, ist jetzt Teil ihres eigenen Bewegungsraums geworden.

Gerade solche kleinen Szenen zeigen sehr deutlich, wie Entwicklung bei einem jungen Hund entsteht. Zuerst steht die Wahrnehmung, dann das Beobachten, dann ein vorsichtiger eigener Schritt – und schließlich die selbstständige Überschreitung der zuvor noch spürbaren Grenze. Genau daraus wachsen Sicherheit, Trittfestigkeit und innere Selbstverständlichkeit im Umgang mit neuer Umgebung.

Erste Suche und Lernen durch Erfahrung

Ein besonders schöner Entwicklungsschritt zeigte sich bei Fee in ihrer ersten Suche nach dem Dummy. Dabei geht es nicht nur darum, dass sie am Ende gefunden hat, sondern vor allem darum, wie sie gesucht hat und was sich innerhalb weniger Minuten verändert hat.

Im ersten Video sieht man sehr deutlich, dass Fee bereits mit echter innerer Beteiligung in die Suche geht. Sie läuft nicht ziellos umher, sondern sucht weiträumig, aufmerksam und mit sichtbarem Willen, das Ziel zu finden. Gerade diese ersten 30 Sekunden sind für einen jungen Hund besonders aufschlussreich. Denn hier wird bereits sehr klar sichtbar, dass die Anlage zur Suche vorhanden ist. Fee will finden. Sie arbeitet. Sie setzt ihre Nase ein und sucht mit echtem Bemühen. Noch kommt sie nicht zum Erfolg, aber genau das mindert den Wert dieses Moments nicht. Im Gegenteil: Gerade in dieser ersten, noch unvollständigen Suche wird ihre natürliche Bereitschaft zur Arbeit besonders deutlich.

Im zweiten Video folgt dann der entscheidende Lernmoment. Cali geht in die Suche, findet den Dummy sofort und Fee ist dabei. Sie begleitet ihre Mutter unmittelbar und erlebt dadurch nicht nur, dass das Ziel gefunden wird, sondern auch, wie eine solche Situation aufgelöst werden kann. Für junge Hunde sind genau diese Momente von großem Wert. Sie lernen nicht nur durch eigenes Tun, sondern sehr stark auch durch Beobachtung und unmittelbares Miterleben.

Im dritten Video zeigt sich dann, wie schnell aus dieser Erfahrung ein eigener Entwicklungsschritt entstehen kann. Fee geht noch einmal in die Suche, arbeitet wieder weiträumig und mit sichtbarer Bereitschaft – und diesmal kommt sie zum Erfolg. Sie findet den Dummy und bringt ihn zu mir zurück. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser kleinen Sequenz: erst ernsthafte Suche ohne Fund, dann Beobachtung am erfahrenen Hund, dann eigener zweiter Versuch mit Erfolg.

Solche Momente sind in der Entwicklung eines jungen Hundes besonders wertvoll, weil sie sehr ehrlich zeigen, wie Lernen tatsächlich entsteht. Nicht durch Druck, nicht durch ständiges Eingreifen und nicht durch vorgefertigte Lösungen, sondern durch Anlage, Erfahrung, Beobachtung und einen neuen Versuch. Genau daraus wächst mit der Zeit nicht nur Können, sondern auch Sicherheit im eigenen Handeln.

Tragen, Halten und die Freude an der Aufgabe

Ein weiterer schöner Entwicklungsschritt zeigt sich bei Fee im freiwilligen Tragen und Halten verschiedener Gegenstände. Gerade in dieser Phase geht es noch nicht um formale Apportarbeit, nicht um Kommandos und nicht um ein festes Ausbildungsschema. Entscheidend ist etwas anderes: ob ein junger Hund Freude an der Aufgabe entwickelt, Dinge gern aufnimmt, sie trägt und dabei innerlich ruhig bleibt.

Besonders deutlich wird das beim Apportierbock. In dem Video trägt Fee ihn mit sichtbarer Freude. Man erkennt sehr schön, dass sie diese Aufgabe nicht nur annimmt, sondern wirklich gern ausführt. Sie verliert den Apportierbock zwischendurch, hebt ihn wieder auf und trägt weiter. Genau das macht diesen Moment so wertvoll. Es ist kein erzwungenes Halten, kein korrigiertes Tragen und keine formale Übung, sondern echte, freiwillige Beschäftigung mit dem Gegenstand.

Gerade beim Apportierbock ist das besonders bemerkenswert. Er besteht aus Holz und gehört nicht zu den Gegenständen, die ein junger Hund automatisch so selbstverständlich und gern trägt. Umso schöner ist es, dass Fee ihn nicht nur aufnimmt, sondern mit sichtbarer Freude trägt und sich dabei zugleich ruhig und gesammelt zeigt. Auch auf den Bildern, in denen sie den Apportierbock im Fang hält, wird genau das deutlich: nicht Hektik, sondern Aufmerksamkeit, Ruhe und eine sehr schöne innere Bereitschaft zur Aufgabe.

Fee von Heiligen Born

Dazu kommt die Arbeit mit der Ente im Garten. Auch hier zeigt sich bei Fee bereits eine klare Bereitschaft, das Objekt anzunehmen und zu tragen. Sie nimmt die Ente auf und trägt sie, ruhig und selbstverständlich. Gerade weil diese Szenen im Garten entstanden sind, also in einem geschützten und vertrauten Rahmen, sind sie für diese Phase besonders stimmig. Es geht noch nicht um äußere Anforderungen, sondern um erste Vertrautheit mit Form, Gewicht, Geruch und Aufgabe.

Besonders schön ergänzt wird dieser Entwicklungsschritt durch die Szene, in der Bella ruhig mit der Ente sitzt und Fee direkt daneben ist. Auch darin liegt ein wichtiger Teil der Entwicklung. Fee erlebt nicht nur ihre eigenen Momente mit dem Gegenstand, sondern beobachtet zugleich, wie die erwachsenen Hunde ruhig und selbstverständlich damit umgehen. Genau diese Verbindung aus eigenem Tun, Beobachtung und innerer Ruhe ist in dieser Phase von großem Wert.

Bella und Fee

So wird in diesen Bildern und Videos sehr deutlich, dass es bei Fee nicht nur um Bringfreude geht, sondern bereits um etwas Tieferes: um die Verbindung von Aufgabe, Ruhe und wachsender Selbstverständlichkeit. Genau daraus kann später vieles entstehen – aber in diesem Moment ist vor allem wichtig, dass diese Freude freiwillig da ist.

Dass sich diese Bereitschaft zum Tragen bei Fee schon früh gezeigt hat, wurde bereits im Beitrag [Großer Münsterländer Welpe – 12 Wochen] deutlich.

Warum Ruhe in dieser Phase genauso wichtig ist wie Reize

Gerade in der Entwicklung eines jungen Hundes wird oft vor allem auf Reize, Aufgaben und neue Erfahrungen geschaut. Doch mindestens genauso wichtig ist etwas anderes: die Fähigkeit, nach solchen Eindrücken wieder in Ruhe zu kommen. Genau hier zeigt sich bei Fee zwischen der 17. und 19. Woche ein besonders schöner Entwicklungsschritt.

Ein Großer Münsterländer Welpe entwickelt sich nicht nur dadurch gut, dass er viel erlebt. Entscheidend ist auch, ob er lernt, Reize innerlich zu ordnen, zu verarbeiten und anschließend wieder in einen ruhigen Zustand zurückzufinden. Genau diese Fähigkeit ist später für Führigkeit, Belastbarkeit und Arbeit von großer Bedeutung.

Die beiden folgenden Bilder zeigen das sehr deutlich. Auf dem ersten Bild sitzt Fee gemeinsam mit den erwachsenen Hunden ruhig an der geöffneten Rampe. Es geht nicht sofort hinaus, obwohl die Situation dafür offen ist. Gerade das ist wertvoll. Fee lernt hier nicht nur Bewegung und Aufbruch, sondern auch Warten, Orientierung und das ruhige Aushalten eines Moments, in dem noch nichts geschieht. Sie sitzt im Rudel, beobachtet und bleibt gesammelt.

die Hunde im Auto

Auch das zweite Bild zeigt genau diesen Punkt. Fee sitzt ruhig am Auto und wartet, bis es wieder hineingeht. Solche Situationen wirken im Alltag oft unscheinbar, sind für die Entwicklung eines jungen Hundes jedoch von großer Bedeutung. Denn gerade hier entsteht nicht Aktion, sondern innere Ordnung. Der Hund lernt, dass nicht jeder Übergang sofort in Bewegung aufgelöst werden muss. Er darf wahrnehmen, warten und sich dabei an seinem Menschen orientieren.

Fee von Heiligen Born

Genau darin liegt in dieser Phase ein wesentlicher Teil von Fees Entwicklung. Sie erlebt Wasser, Suche, Tragen und neue Aufgaben – aber sie lernt zugleich, nach diesen Reizen wieder still zu werden. Das ist kein Nebenthema, sondern eine wichtige Grundlage. Ein junger Hund, der nur immer weiter nach vorne geht, entwickelt noch keine wirkliche Stabilität. Erst wenn Reiz und Ruhe zusammenkommen, entsteht innere Reife.

Gerade bei einem jungen Jagdhund ist das besonders wichtig. Anlage, Energie und Arbeitsbereitschaft sind wertvoll – sie brauchen aber eine Form, in der sie sich ordnen können. Ruhe ist deshalb nicht das Gegenteil von Entwicklung, sondern ein Teil von ihr. Sie zeigt, dass der Hund nicht nur etwas tut, sondern beginnt, Erlebtes auch innerlich zu tragen und zu verarbeiten.

Was sich in dieser Phase bei Fee zeigt

Zwischen der 17. und 19. Woche wird bei Fee immer deutlicher sichtbar, wie sich ein junger Hund Schritt für Schritt weiterentwickelt. Nicht in Form früher Ausbildung und nicht durch äußeren Druck, sondern durch Erfahrung, Beobachtung, Wiederholung und die Fähigkeit, Reize wieder in Ruhe zu verarbeiten.

In dieser Phase zeigt Fee mehr Sicherheit im Umgang mit neuer Umgebung, mehr Zielorientierung in Wasser und Suche und zugleich mehr Eigenständigkeit im eigenen Handeln. Sie beobachtet genau, nimmt Situationen aufmerksam auf, verarbeitet sie und kommt zunehmend zu eigenen Lösungen. Gerade darin liegt der eigentliche Wert dieser Entwicklung.

Ebenso wichtig ist aber, was dieser Beitrag nicht zeigt: keine frühe formale Ausbildung, kein erzwungenes Arbeiten und kein vorschnelles Formen eines jungen Hundes. Fee wird nicht in ein Schema gedrückt. Sie darf Erfahrungen machen, Aufgaben annehmen und Schritt für Schritt in ihre Entwicklung hineinwachsen.

Genau daraus entsteht das, was in dieser Phase besonders wertvoll ist: ein junger Hund, der nicht nur immer mehr erlebt, sondern dabei auch innerlich reift. Reize und Ruhe stehen dabei nicht gegeneinander. Erst in ihrem Zusammenspiel entsteht eine Entwicklung, die tragfähig ist – im Alltag, in der weiteren Ausbildung und später auch in der jagdlichen Arbeit.

Wie sich dieser Entwicklungsschritt im Wasser bereits kurz zuvor gezeigt hat, beschreibt auch der Beitrag [Wie aus Wassergewöhnung Wasserarbeit wird].

Viele Gedanken zur Entwicklung junger Hunde, zu Prägung, innerer Reifung und zum Zusammenspiel von Erfahrung und Ruhe finden sich auch in meinem Buch Vom Welpen zur Zuchthündin. Dort beschreibe ich ausführlich, warum Entwicklung im ersten Lebensjahr nicht durch Druck entsteht, sondern durch passende Bedingungen, Beobachtung und behutsames Heranführen.

Wer tiefer in dieses Thema einsteigen möchte, findet weitere Einblicke in meinem Buch Vom Welpen zur Zuchthündin – Ein Weg voller Hingabe, Verantwortung und Vertrauen, das bei Amazon erhältlich ist.

Vom Welpen zur Zuchthündin

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