Die Entwicklung von Woche 12 bis 16
Die Entwicklung von Großen Münsterländer Welpen verläuft in klar erkennbaren Phasen – und eine der wichtigsten beginnt rund um die 12. Lebenswoche. In den vergangenen vier Wochen hat Fee genau diesen Schritt gemacht, und er verdeutlicht, worauf es in dieser Zeit wirklich ankommt.
Prägung statt Ausbildung
Die Entwicklung von Großen Münsterländer Welpen in dieser Phase dreht sich nicht um Kommandos, Disziplin oder richtiges Verhalten. Es geht einzig um Prägung. Der junge Hund lernt vor allem durch neue Eindrücke, durch Erleben und durch eigene Erfahrungen – nicht durch gezieltes Training.
Fee durfte in diesen Wochen viele neue Situationen kennenlernen: Sie kam erstmals mit Wild in Kontakt, zum Beispiel mit der Ente im Garten, sie übte spielerisch das Aufnehmen und Tragen, sie beobachtete, probierte aus und wiederholte. Alles geschah ohne Druck, ohne Vorgaben – einfach aus der Situation heraus.
Wassergewöhnung als Teil der Welpenentwicklung
Ein zentraler Bestandteil der Großen Münsterländer Welpen Entwicklung ist die frühe Gewöhnung ans Wasser. Bereits ab der 10. Lebenswoche führten wir Fee regelmäßig ans Wasser heran. Fast täglich hatte sie die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen – vorsichtig, in ihrem eigenen Tempo. Wie wir diese ersten Schritte ans Wasser konkret begleitet haben und worauf es dabei ankommt, beschreiben wir ausführlich in unserem Beitrag Frühe Wassergewöhnung.
Dabei spielt die Jahreszeit eine entscheidende Rolle. Fee wurde am 24. Dezember 2025 gewölft, und in den ersten Wochen ihrer Entwicklung lagen die Temperaturen noch im Minus. In dieser Kälte gehen Welpen nicht freiwillig ins Wasser. Erst mit steigenden Temperaturen – aktuell zwischen 12 und 14 Grad – veränderte sich ihr Verhalten deutlich.
Erste Erfahrungen am Wild beim Großen Münsterländer Welpen
Wie die frühe Wassergewöhnung zeigt, entstehen die wichtigsten Grundlagen in der Welpenentwicklung nicht durch Training, sondern durch Erfahrung. Dasselbe gilt für einen weiteren zentralen Bereich: die Prägung auf Wild.
Erste Kontakte mit Wild gehören zu den prägendsten Momenten in der Großen Münsterländer Welpen Entwicklung. In dieser Phase steht nicht die Ausbildung im Vordergrund, nicht das gezielte Lenken und auch nicht das Korrigieren. Es geht einzig darum, dass der Welpe die Möglichkeit bekommt, Wild wahrzunehmen und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Im gezeigten Moment nimmt Fee die Ente selbstständig auf und trägt sie ruhig durch den Garten – ohne Kommando, ohne Einwirkung. Sie entscheidet eigenständig, wie sie mit der Situation umgeht, und bringt die Ente schließlich bis zu Bella. Genau so entstehen die ersten Grundlagen.
Neben der Arbeit mit der Ente hatte Fee in dieser Zeit auch erste Begegnungen mit lebendem Wild, unter anderem mit einem Fasan. Auch hier stand nicht das Eingreifen im Vordergrund, sondern das ruhige Beobachten und das Einordnen der Situation.
Diese frühen Erfahrungen legen den Grundstein für alles, was später folgt. So wie die Wassergewöhnung nicht erzwungen werden kann, sondern im eigenen Tempo wachsen muss, entwickelt sich auch das Verständnis für Wild, Geruch und Situation nur dann nachhaltig, wenn der Welpe es selbst erlebt. Ein Großer Münsterländer Welpe lernt in dieser Phase nicht durch Vorgaben, sondern durch Wahrnehmung und eigenes Handeln. Und genau darauf baut später alles Weitere auf.
Wassergewöhnung ohne Druck
Die Wassergewöhnung bildet einen zentralen Bestandteil in der Entwicklung eines Großen Münsterländer Welpen. Entscheidend ist dabei nicht der einzelne Moment, sondern der Weg dorthin.
Fee hatte über mehrere Wochen hinweg immer wieder die Möglichkeit, sich dem Wasser zu nähern. Fast täglich stand ihr das Wasser zur Verfügung – ohne Aufforderung, ohne Druck. Am Anfang wagte sie nur wenige Schritte. Sie tastete sich vorsichtig heran, verweilte kurz und zog sich dann wieder zurück.
Mit der Zeit veränderte sich das. Sie ging ein Stück weiter ins Wasser, blieb länger und begann, sich sicherer zu bewegen – alles in ihrem eigenen Tempo.
Dabei spielen auch die äußeren Bedingungen eine wichtige Rolle. Fee wurde Ende Dezember geworfen, und in den ersten Wochen ihrer Entwicklung lagen die Temperaturen noch im niedrigen Bereich, teilweise sogar im Minus. In dieser Phase meidet ein junger Hund das Wasser ganz natürlich. Erst mit steigenden Temperaturen verändert sich dieses Verhalten. Bei etwa 12 bis 14 Grad Außentemperatur wurde auch für Fee der Zugang zum Wasser zunehmend selbstverständlich.
Wassergewöhnung bedeutet in dieser Phase nicht, den Hund ins Wasser zu bringen – sondern ihm die Möglichkeit zu geben, von selbst hineinzugehen. Genau daraus wächst echte Sicherheit. Sie entsteht nicht durch Zwang, sondern durch wiederholte, ruhige Erfahrung.
Der erste Weg ins Wasser – drei Momente, eine Entwicklung
Im ersten Moment sieht man Cali, die ganz selbstverständlich ins Wasser geht, um einen geworfenen Stock zu holen. Fee beobachtet das aufmerksam – und will ihr hinterher. Sie geht ins Wasser, Schritt für Schritt, bis das Wasser ihr den Bauch erreicht. Man erkennt deutlich: Der Wille ist da, aber die letzte Sicherheit fehlt ihr noch. Sie bleibt stehen, schaut nach vorne und ordnet die Situation für sich ein.
Im zweiten Moment verändert sich etwas. Bella kommt mit dem Stock aus dem Wasser – und genau in diesem Augenblick trifft Fee eine Entscheidung. Sie zögert nicht länger, verlässt den sicheren Boden und schwimmt. Niemand hat sie geschickt. Sie ist einfach bereit, den nächsten Schritt zu gehen.
Im dritten Moment hat sich das Zögern in Sicherheit verwandelt. Fee geht selbstständig ins Wasser, schwimmt und holt den Stock – ohne sich an den anderen Hunden zu orientieren, ohne fremde Hilfe. Sie handelt vollständig eigenständig.
Was in diesen ersten Schritten wirklich entsteht
Diese drei Momente zeigen nicht einfach nur einen jungen Hund am Wasser. Sie zeigen, wie Entwicklung entsteht, wenn man sie zulässt. Fee beobachtet, ordnet ein, wagt den nächsten Schritt – und setzt schließlich selbst um, was sie zuvor nur gesehen hat. Genau darin liegt der eigentliche Wert solcher Situationen. Es geht nicht um ein erzwungenes Ergebnis, sondern um ein inneres Verstehen.
Fee schwimmt nicht, weil sie soll. Sie schwimmt, weil sie bereit ist.
Diese Form der frühen Prägung – auf Wasser, auf Wild, auf Umweltreize und auf das eigene Handeln – legt im ersten Lebensjahr die Grundlage für alles, was später darauf aufbaut. In meinem Buch „Vom Welpen zur Zuchthündin“ beschreibe ich diese Phase als prägende Zeit, in der Vertrauen, Erfahrung und behutsames Heranführen wichtiger sind als früher Druck oder starre Ausbildung. Ich widme mich dort ausdrücklich der Prägung und Ausbildung eines Jagdhundwelpen sowie den frühen Erfahrungen mit Wasser, Wild und jagdlichen Reizen.
Wer tiefer in dieses Thema einsteigen möchte, findet diese Gedanken ausführlich in meinem Buch „Vom Welpen zur Zuchthündin – Ein Weg voller Hingabe, Verantwortung und Vertrauen“, das bei Amazon erhältlich ist.
Wenn Sie sich für einen Welpen, einen geplanten Wurf oder den weiteren Ablauf interessieren, können Sie sich jederzeit gern bei uns melden.
Am besten erreichen Sie uns telefonisch unter
📞 +49 171 8460905
oder per E-Mail.
Für ein persönliches Gespräch nehmen wir uns bewusst Zeit, damit in Ruhe geschaut werden kann, welcher Hund zu Ihnen und Ihrer Lebenssituation passt.

