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Fees erster Fuchs – Prägung statt Kommando

VON HEILIGEN BORN / OKTOBER 2026

Der erste Fuchs für Fee –
ihr eigener Entschluss

Fee ist eine junge Hündin der Rasse Großer Münsterländer. Im September 2026 lag zum ersten Mal ein Fuchs vor ihr. Fee war neun Monate alt, und ich gab ihr kein Kommando. Ich wollte erst einmal beobachten, wie sie reagiert.

Sie nahm den Fuchs schließlich von sich aus auf und trug ihn. Dieser Tag zeigt ganz gut, was ich mit „Prägung statt Kommando“ meine.

01 / DIE ERSTE BEGEGNUNG

Fees erster Fuchs – eine Begegnung ohne Apportierkommando

Als der Fuchs vor ihr lag, habe ich Fee erst einmal machen lassen. Sie durfte sich damit beschäftigen. Sie hätte sich auch abwenden können. Es gab nichts, was sie in diesem Moment unbedingt zeigen musste.

Bei einem jungen Hund ist die Versuchung groß, den nächsten Schritt sofort anzusagen. Ich kenne das selbst. Nur erfahre ich dann wenig darüber, was der Hund aus eigener Initiative macht.

Fee nahm den Fuchs auf und trug ihn. Ich hatte sie dazu nicht aufgefordert. Das war für mich der interessante Teil dieser Begegnung.

Natürlich ist der erste Kontakt mit einem Stück Wild noch keine fertige Apportierarbeit. Aber man kann beobachten, wie ein Junghund auf etwas Neues reagiert. Und dazu muss man ihn gelegentlich einfach in Ruhe lassen.

MEINE AUSBILDUNGSPHILOSOPHIE

„Ich mache dem jungen Hund ein Angebot. Und dann beobachte ich.“

Erfahrungen zulassen und erst dann entscheiden, wo Anleitung nötig ist.

02 / MEINE HALTUNG

Meine Ausbildungsphilosophie: Prägung statt Kommando

Prägung statt Kommando bedeutet für mich nicht, dass ein Jagdhund ohne Ausbildung auskommen soll. Ich möchte nur nicht jede Erfahrung sofort zur Übung machen.

Fee ist mit den älteren Hunden unterwegs. Im Wald und am Wasser erlebt sie vieles, das sich nicht in einen Trainingsplan schreiben lässt. Sie schaut zu, probiert aus und sammelt ihre eigenen Erfahrungen. Ich greife nicht bei jeder Gelegenheit ein.

Mir ist wichtig, ihre Reaktionen zu sehen: Geht sie auf etwas zu? Ist sie zurückhaltend? Beschäftigt sie sich länger damit? Solche Beobachtungen helfen mir bei der Entscheidung, was ich ihr als Nächstes zumuten oder anbieten kann.

Wie ich Fees Entwicklung schon zuvor erlebt habe, habe ich in „Fee von Heiligen Born – 33 Wochen“ beschrieben.

03 / RAUM ZUM ENTSCHEIDEN

Warum ich zuerst beobachte

Beim ersten Fuchs wollte ich wissen, ob Fee sich von selbst damit beschäftigt. Ich konnte ihr die Gelegenheit dazu geben. Aufnehmen musste sie ihn nicht.

Das ist etwas anderes als eine eingeübte Bringaufgabe. Bei einer solchen Übung erwarte ich später eine zuverlässige Ausführung. Bei der ersten Begegnung kann ich mir dagegen die Zeit nehmen und abwarten.

Fee hat an diesem Tag den Fuchs freiwillig aufgenommen und getragen. Das hat mich gefreut. Mehr muss ich daraus aber auch nicht ableiten. Wie zuverlässig sie später arbeitet, lässt sich aus diesem einen Erlebnis noch nicht beurteilen.

04 / SELBSTSTÄNDIGKEIT

Freiraum und Verlässlichkeit gehören zusammen

Selbstständigkeit ist mir bei einem Jagdhund wichtig. Im späteren Einsatz muss er trotzdem mit mir zusammenarbeiten und Kommandos sicher befolgen. Beides gehört für mich zur Jagdhundausbildung.

Auch die Bringetreue entsteht nicht dadurch, dass ein junger Hund einmal einen Fuchs trägt. Dafür ist gezieltes Training nötig. Einen Einblick dazu gibt der Beitrag „Wir üben für die Bringetreue“.

Fees erster Fuchs war also kein Leistungsnachweis. Ich konnte sehen, wie sie eine neue Situation ohne Druck angenommen hat. Und ich habe wieder einmal gemerkt, warum ich einem jungen Hund zunächst Zeit und eigene Erfahrungen zugestehen möchte.

MEHR AUS FEES ENTWICKLUNG

Wie Fee sich weiterentwickelt

Weitere Beobachtungen aus Fees erstem Lebensjahr: Fee von Heiligen Born – 33 Wochen.